Briefe an Herrchen und Frauchen!!!


Hurra, ich freue mich. Mein Herrchen richtet sein Auto her, wo ich doch so gerne mit ihm fahre. Wie ich hörte, soll es in den Urlaub gehen, ich weiß zwar nicht was das ist, aber da meine ganze Familie freudig ist, muß es etwas Schönes sein. Es wurde viel gepackt und dann ging es los. Ich durfte meinen gewohnten Platz einnehmen und los ging es. Wir fuhren und fuhren, mir fielen die Augen zu, da plötzlich hielten wir an.
Ich war sofort wach, mein Herrchen rief mich und begann mit mir zu spielen. Er warf meinen Ball immer weiter und weiter. Schön langsam wurde ich müde, denn es war sehr heiß, und auch immer langsamer. Als ich auf den Platz kam, waren auf einmal Herrchen und Auto weg.
Ich suchte verzweifelt den Platz ab, aber ich konnte mein Herrchen nicht finden. Hunger und Durst meldeten sich und nette Menschen gaben mir Futter und Wasser, andere waren so böse, daß sie mich verjagten und sogar Steine nach mir warfen.
Es wurde Nacht und kühl, ich war sehr traurig, trotzdem fielen mir die Augen zu und ich schlief ein. Am Morgen als ich aufwachte, hoffte ich, daß Herrchen meine Abwesenheit bemerkt hatte, doch es kam ein fremder Mann, der mich mit einer Schlinge fing und warf mich auf eine Wagen, auf dem sich schon einige Hunde befanden.
Es roch nach Angst und Trauer. Als der Wagen voll war, fuhren wir los, schon nach kurzer Zeit lud man uns aus und sperrte uns in einen Übel riechenden Käfig. Ich war so so traurig, daß ich weder fraß noch trank, sondern mich in einen Winkel legte und einschlief. Ich hatte einen schrecklichen Traum, obwohl ich erst zwei Winter erlebt hatte, so gerne mit meinen Herrchen spielte und mich meines Lebens freute, sollte ich sterben. Erschreckt wachte ich auf, es war schon hell und ich mußte erkennen, daß der Traum Wirklichkeit wurde. Wir wurden in einem Raum geführt, indem es nach Tod roch.
Vielleicht, liebes Herrchen, sehen wir uns irgendwo wieder, ich werde Dich freudigst begrüßen und an Deine Vergeßlichkeit gar nicht denken, denn Du wirst bestimmt nach mir gesucht haben und mich nur nicht gefunden haben.
Ich habe Dich eben so lieb.


Am Morgen bist du sehr früh aufgestanden und hast die Koffer gepackt. Du nahmst meine Leine, was war ich glücklich! Noch ein kleiner Spaziergang vor dem Urlaub - HURRA!
Wir fuhren mit dem Wagen und du hast am Strassenrand angehalten.
Die Tür ging auf und du hast einen Stock geworfen. Ich lief und lief bis ich den Stock gefunden hatte und zwischen meinen Zähnen hielt.
Aber als ich zurückkam, warst du nicht mehr da! In Panik bin ich in alle Richtungen gelaufen, um Dich zu finden, aber vergebens! Ich wurde von Tag zu Tag immer schwächer...
Ein fremder Mann kam, legte mir ein Halsband an und nahm mich mit.Bald befand ich mich in einem Käfig und wartete dort auf Deine Rückkehr.Aber du bist nicht gekommen...
Dann wurde der Käfig geöffnet. Nein, du warst es nicht - es war der Mann, der mich gefunden hatte.
Er brachte mich in einen Raum - es roch nach Tod. Meine Stunde war gekommen.
Geliebtes Herrchen, ich will, daß du weißt, daß ich mich trotz des Leidens, daß du mir angetan hast, noch stets an Dein Bild erinnere und falls ich noch einmal auf die Erde zurückkommen könnte...

Ich würde auf Dich zulaufen "DENN ICH HATTE DICH LIEB"!


Sie müssen nur aushalten, diesen Brief zu lesen,
die Tiere aber haben die schreckliche Realität zu ertragen!

©Intere

© 2007 by Kersten Moser