Ich hatte Dich lieb!

Du hast in meine Augen gesehen, da war es um Dich auch schon geschehen. Du hast mich mit Nachhause genommen, ich bin ganz neugierig mitgekommen. Du hast mich stolz spazieren geführt, und die Bewunderung der anderen Leute gespürt. Du hast mit mir getobt und gespielt und Dich eine Weile glücklich gefühlt.

Dann hab ich mal auf den Teppich gemacht, da hast Du nicht mehr so freudig gelacht. Dann mußtest Du fort, ich weiß nicht wohin, ich hab nur gespürt wie lästig ich bin. Ich wurde größer, Dir fehlte die Zeit, ich wollte zwar brav sein, doch bald gab es Streit. So hab ich vor Frust die Möbel zerkaut, das war Dir zuviel, da wurdest Du laut.

Du hast von Erziehung und Härte gesprochen, und ich habe Deinen Zorn gerochen. Du hast mich verbannt aus Deinem Haus, aus dem Zwinger kam ich nur noch selten raus. du hast mir Futter und Wasser gegeben und gedacht, das sei genug für mein Leben. Du hast ein neues Spielzeug gefunden, hattest genug von uns Hunden.

Dann wurde ich krank, lag einsam im Stroh, und dachte mein Herz wird nie wieder froh. Dann hast Du bei mir nicht mal mehr sauber gemacht, mir nur noch den Fressnapf gebracht. Ich hab es gespürt, bald ist es vorbei und niemand hörte meinen stummen Schrei. So ging ich hinüber, weit von Dir fort, an einen neuen, besseren Ort.

Es bleibt nur ein trauriger Blick zurück, so viel Leid für ein klein wenig Glück. Ich frage Dich, warum verliebtest Du dich in mich? Ich war doch nur ein Spielzeug für Dich! Du hast mich gewollt, Du hast mich bekommen, Du hast mir mein ganzes Leben genommen.

Warum liebtest Du mich, hast mich niemals begriffen.

Hast auf all meine Gefühle gepfiffen.

Dein Herz ist kalt, wird niemals warm,

trotz all Deinem Spielzeug bist Du doch so arm.


Hallo heute verrate ich mal ein grosses Geheimnis.
Ich bin in Wahrheit eine entfuehrte Prinzessin, jaja

Wie, ihr glaubt mir nicht? Na, wenn das so ist, erzaehle ich mal von Anfang an.......macht eure Ohren auf Also, geboren wurde ich am 21.09.02.
Meine Eltern heissen Prinz und Tessie (das ist die Abkuerzung fuer Prinzessin) Ich bin gemeinsam mit einer Schwester und einem Bruder auf die Welt gekommen. Wir wurden von unseren Eltern sehr geliebt und Wohlbehuetet.
Zudem hatten wir eine Kinderfrau, mit Namen Cora. Diese war fuer uns Putzfrau (irgendwer muss ja sauber machen *g*) Kellnerin und Kindermaedchen in einem.
So wuchsen wir also langsam heran. War das ein herrliches Leben. Fressen, Spielen und Schlafen, super, was braucht Hund mehr um Gluecklich zu sein?
Nun begab es sich eines Tages, das unsere Eltern, der Koenig und seine Prinzessin auf Dienstreise mussten. Wenn sie geahnt haetten, was dann passierte, niemals waeren sie gegangen. Es fing so an, eine Delegation von was weiss ich woher kam eines Nachmittags zu Besuch. Sieben auf einen Streich, (eigentlich acht, jedoch war der achte so klein, den kann man nicht mitzaehlen) Vier grosse und drei Zwerge. Die schauten uns die ganze Zeit so komisch an.....wollten uns kraulen und streicheln. Ich hab mir die eine grosse mal angesehen, hm, die riecht gut, hat auch schoene Haende, na, da sind jedoch noch andere, also verstecke ich mich lieber mal.
Wie, was, Verkaufen?
Cora, was soll das? Das geht doch aber nicht. Mama, Papa, kommt schnell, ihr duerft euch nicht wegschicken lassen, das ist ein Trick.
Zu spaet. Sie sind schon weg.
Bildet euch bloss nicht ein, das ihr nun machen koennt, was ihr wollt. Schliesslich sind wir alle Prinzen und Prinzessinnen.
OK, mit dieser lieben Familie fahre ich mit,(die, die ich mir ausgesucht hab) wer weiss, was mich sonst erwartet..... Bruder, Schwester, ich hab euch lieb, vielleicht duerft ihr nun hier bleiben. Cora kann uns doch nicht alle weg schicken.
So, und nun zu euch. Merkt euch das gut.
Als echte Prinzessin sitze ich hinten. Eine weiche Decke ist das mindeste. Oh, ist ja schon alles da. Nur damit ihr es wisst, ich fresse auch nicht alles.
WAS? Cora hat euch mein Leibgericht eingepackt, na, so schlecht scheint sie wohl doch nicht zu sein. Soso, dies soll also mein neues zuhause sein? Ist nicht schlecht wuerde ich mal so sagen. Wo ist mein Bett? Wie, nur eine billige Schafwolldecke? Ach ja, ihr legt mehrere uebereinander. Na, das muss ich erst mal ausprobieren. He, schmeiss mir doch mal ein Kissen rueber, ja, eins reicht. Sooooooo, ausstrecken, reinkuscheln, probieren.....Na, da stoert doch aber was. Schau mal, los, mach schon, nene, ich mach das doch nicht selber, wie, was, woooooooooo leckerchen *g*.....
Toll, nur Prinzessinnen bekommen suesses, wenn sie ins Bett gehen.
OOOoooooooooooder?
Meine kleine Prinzessin Bonnie lebt nun schon seit Ende November bei uns/mir, sie fuehl sich Pudelwohl, dabei, sie ist ein Labrador.

Diese Geschichte bekam ich von Silvia Sie wuerde sich sicher ueber Feedback freuen ;o)


Der Wesenstest

Nun gib mir endlich einen Grund
dich einzuschlaefern bloeder Hund...
Bin Wesenstester, muss es wissen.
Wie viel hast du schon gebissen ?

Als Kampfhund bist du einst geboren,
das sieht man deutlich an den Ohren.
Bist aggressiv, gemein und wild -
so stand es gestern in der "BILD".

Ich brech dir mit dem Stock die Knochen
das bringt dich sicherlich zum Kochen.
Hoer auf zu wedeln, will's nicht seh'n
du musst mir an die Kehle geh'n.

Hoer auf zu winseln, will's nicht hoeren
mich kannst du damit nicht betoeren.
Vielleicht, das kann gut moeglich sein,
faellt dein Besitzer darauf rein.

Doch ich, ich weiss es einfach besser,
du bist und bleibst ein Menschenfresser.
Den treuen Blick, den kannst du lassen,
ich muss und will und werd' dich hassen.

Ich sorg', dass du und all die anderen,
ganz flugs in den Container wandern.
Du knurrst und beisst und wehrst dich nicht,
wie es als Kampfhund deine Pflicht ?

Nun wehr dich endlich bloeder Hund
kann dich nicht toeten ohne Grund.


Wie konntest du nur ?

Als ich noch ein Welpe war, unterhielt ich Dich mit meinen Albereien und brachte Dich zum Lachen. Du nanntest mich Dein Kind, und trotz einer Anzahl durchgekauter Schuhe und so manchem abgeschlachteten Sofakissen wurde ich Dein bester Freund.
Immer wenn ich "boese" war, erhobst Du Deinen Finger und fragtest mich "Wie konntest Du nur?" - aber dann gabst Du nach und drehtest mich auf den Ruecken, um mir den Bauch zu kraulen.

Mit meiner Stubenreinheit dauerte es ein bisschen laenger als erwartet, denn Du warst furchtbar beschaeftigt, aber zusammen bekamen wir das in den Griff.
Ich erinnere mich an jene Naechte, in denen ich mich im Bett an Dich kuschelte und Du mir Deine Geheimnisse und Traeume anvertrautest, und ich glaubte, das Leben koennte nicht schoener sein. Gemeinsam machten wir lange Spaziergaenge im Park, drehten Runden mit dem Auto, holten uns Eis (ich bekam immer nur die Waffel, denn "Eiskrem ist schlecht fuer Hunde", sagtest Du), und ich doeste stundenlang in der Sonne, waehrend ich auf Deine abendliche Rueckkehr wartete.

Allmaehlich fingst Du an, mehr Zeit mit Arbeit und Deiner Karriere zu verbringen - und auch damit, Dir einen menschlichen Gefaehrten zu suchen. Ich wartete geduldig auf Dich, troestete Dich ueber Liebeskummer und Enttaeuschungen hinweg, tadelte Dich niemals wegen schlechter Entscheidungen und ueberschlug mich vor Freude, wenn Du heimkamst und als Du Dich verliebtest.
Sie, jetzt Deine Frau, ist kein "Hundemensch" -trotzdem hiess ich sie in unserem Heim willkommen, versuchte ihr meine Zuneigung zu zeigen und gehorchte ihr. Ich war gluecklich, weil Du gluecklich warst. Dann kamen die Menschenbabies, und ich teilte Deine Aufregung darueber. Ich war fasziniert von ihrer rosa Haut und ihrem Geruch und wollte sie genauso bemuttern. Nur dass Du und Deine Frau Angst hattet, ich koennte ihnen wehtun, und so verbrachte ich die meiste Zeit verbannt in einem anderen Zimmer oder in meiner Huette.
Oh, wie sehr wollte auch ich sie lieben, aber ich wurde zu einem "Gefangenen der Liebe". Als sie aber groesser waren, wurde ich ihr Freund. Sie krallten sich in meinem Fell fest, zogen sich daran hoch auf wackligen Beinchen, pieksten ihre Finger in meine Augen, inspizierten meine Ohren und gaben mir Kuesse auf die Nase.
Ich liebte alles an ihnen und ihre Beruehrung - denn Deine Beruehrung war jetzt so selten geworden - und ich haette sie mit meinem Leben verteidigt, wenn es noetig gewesen waere. Ich kroch heimlich in ihre Betten, hoerte ihren Sorgen und Traeumen zu, und gemeinsam warteten wir auf das Geraeusch Deines Wagens in der Auffahrt.

Es gab einmal eine Zeit, da zogst du auf die Frage, ob Du einen Hund haettest, ein Foto von mir aus der Brieftasche und erzaehltest Geschichten ueber mich. In den letzten Jahren hast Du nur noch mit "Ja" geantwortet und das Thema gewechselt. Ich hatte mich von "Deinem Hund" in "nur einen Hund" verwandelt, und jede Ausgabe fuer mich wurde Dir zum Dorn im Auge. Jetzt hast Du eine neue Berufsmoeglichkeit in einer anderen Stadt, und Du und sie werdet in eine Wohnung ziehen, in der Haustiere nicht gestattet sind. Du hast die richtige Wahl fuer "Deine" Familie getroffen, aber es gab einmal eine Zeit, da war ich Deine einzige Familie.

Ich freute mich ueber die Autofahrt, bis wir am Tierheim ankamen. Es roch nach Hunden und Katzen, nach Angst, nach Hoffnungslosigkeit. Du fuelltest die Formulare aus und sagtest "Ich weiss, Sie werden ein gutes Zuhause fuer sie finden". Mit einem Achselzucken warfen sie Dir einen gequaelten Blick zu. Sie w issen, was einen Hund oder eine Katze in "mittleren" Jahren erwartet - auch mit "Stammbaum". Du musstest Deinem Sohn jeden Finger einzeln vom Halsband loesen, als er schrie "Nein, Papa, bitte! Sie duerfen mir meinen Hund nicht wegnehmen!" Und ich machte mir Sorgen um ihn und um die Lektionen, die Du ihm gerade beigebracht hattest: ueber Freundschaft und Loyalitaet, ueber Liebe und Verantwortung, und ueber Respekt vor allem Leben. Zum Abschied hast Du mir den Kopf getaetschelt, meine Augen vermieden und hoeflich auf das Halsband und die Leine verzichtet. Du hattest einen Termin einzuhalten, und nun habe ich auch einen.

Nachdem Du fort warst, sagten die beiden netten Damen, Du haettest wahrscheinlich schon seit Monaten von dem bevorstehenden Umzug gewusst und nichts unternommen, um ein gutes Zuhause fuer mich zu finden. Sie schuettelten den Kopf und fragten "Wie konntest Du nur?". Sie kuemmern sich um uns hier im Tierheim so gut es eben geht. Natuerlich werden wir gefuettert, aber ich habe meinen Appetit schon vor Tagen verloren. Anfangs rannte ich immer vor ans Gitter, sobald jemand an meinen Kaefig kam, in der Hoffnung, das seiest Du - dass Du Deine Meinung geaendert haettest - dass all dies nur ein schlimmer Traum gewesen sei... oder ich hoffte, dass es zumindest jemand waere, der Interesse an mir haette und mich retten koennte. Als ich einsah, dass ich nichts aufzubieten hatte gegen das vergnuegte Um-Aufmerksamkeit-Heischen unbeschwerter Welpen, ahnungslos gegenueber ihrem eigenen Schicksal, zog ich mich in eine ferne Ecke zurueck und wartete.

Ich hoerte ihre Schritte als sie am Ende des Tages kam, um mich zu holen, und trottete hinter ihr her den Gang entlang zu einem abgelegenen Raum. Ein angenehm ruhiger Raum. Sie hob mich auf den Tisch und kraulte meine Ohren und sagte mir, es sei alles in Ordnung. Mein Herz pochte vor Aufregung, was jetzt wohl geschehen wuerde, aber da war auch ein Gefuehl der Erleichterung. Fuer den Gefangenen der Liebe war die Zeit abgelaufen. Meiner Natur gemaess war ich aber eher um sie besorgt. Ihre Aufgabe lastet schwer auf ihr, und das fuehlte ich, genauso wie ich jede Deiner Stimmungen erfuehlen konnte. Behutsam legte sie den Stauschlauch an meiner Vorderpfote an, waehrend eine Traene ueber ihre Wange floss. Ich leckte ihre Hand, um sie zu troesten, genauso wie ich Dich vor vielen Jahren getroestet hatte. Mit geuebtem Griff fuehrte sie die Nadel in meine Vene ein. Als ich den Einstich fuehlte und spuerte, wie die kuehle Fluessigkeit durch meinen Koerper lief, wurde ich schlaefrig und legte mich hin, blickte in ihre guetigen Augen und fluesterte "Wie konntest Du nur?" Vielleicht verstand sie die Hundesprache und sagte deshalb "Es tut mir ja so leid". Sie umarmte mich und beeilte sich mir zu erklaeren, es sei ihre Aufgabe dafuer zu sorgen, dass ich bald an einem besseren Ort waere, wo ich weder ignoriert noch missbraucht noch ausgesetzt werden koennte oder auf mich alleine gestellt waere - einem Ort der Liebe und des Lichts, vollkommen anders als dieser irdische Ort. Und mit meiner letzten Kraft versuchte ich ihr mit einem Klopfen meines Schwanzes zu verstehen zu geben, dass mein "Wie konntest Du nur?" nicht ihr galt. Du warst es, mein geliebtes Herrchen, an den ich dachte. Ich werde fuer immer an Dich denken und auf Dich warten.

Moege Dir ein jeder in Deinem Leben so viel Loyalitaet zeigen...

(Verfasser unbekannt)


Der Betrug

„Man hat mich gesehen und kaufte mich prompt,
denn ich bin ein Hund, der vom Zuechter kommt.
Und wird es nicht allenthalben empfohlen,
man soll gute Hunde beim Zuechter holen?
Und alle Erwartungen trafen ein:
Ich bin huebsch, lieb und kann auch folgsam sein.“

„Mich hat man am Strand draussen aufgelesen,
da bin ich seit Monaten schon gewesen.
Man hat mich getreten, es gab nichts zu fressen,
dann stiess man mich weg und hat mich vergessen.
Bin alt nun und krank, mein Herz tut mir weh.
Hab’ nur gelernt, dass ich gar nichts versteh’.“

„Ich wurde in einer Tonne geboren,
meine Finder gaben mich schon verloren.
Meine rechtes Ohr haengt, das linke blieb stehen,
und auf einem Auge kann ich nicht sehen.
Ich liebe die Menschen und weiss nicht warum.
Sie finden mich haesslich, mickrig und dumm.“

„Ihr seht, ich bin huebsch und mein Fell ist glatt.
Man pflegte mich gut in der grossen Stadt.
Sie haben mich sogar angezogen,
operiert und die Ohren hochgebogen.
Dann wurde ich an einen Baum gebunden,
dort hat mich nach Tagen jemand gefunden.“

Und du? Wer bist du? Hast noch nicht gesprochen.
Hast bis jetzt mit der Nase am Gitter gerochen.
Wenn sie kommen um einen auszusuchen
verschmaehst du all’ ihre Hundekuchen.
Siehst niemanden an und willst dich nicht binden.

Moechtest du keine neue Familie finden?

Eine Pause tritt ein. Niemand sagt ein Wort.

Der Blick des Gefragten driftet weit fort.
Sein Kopf ist erhoben, die Schultern gestrafft,
der Koerper ist mager und doch voller Kraft.

Dann dreht er sich um, sein Schwanz faechelt leicht
den Wind, der von Norden herueberstreicht.
Der Blick seiner blauen Huskyaugen
scheint sich am Fragenden festzusaugen.

„Versteht Ihr nicht“, fluestert er in den Wind,
„dass wir nur eine Laune der Menschen sind?

Sie wollen uns schaffen nach ihrem Gefallen
und wissen doch nicht wohin mit uns allen.
In dieser Sekunde sind wir schon verloren,
denn es werden tausend Welpen geboren.

Wir sind viel zu viele, das ist der Betrug,
denn Menschen bekommen niemals genug.
Sie wissen es alle, doch die endlose Flut
immer neuer Hunde gefaellt ihnen gut.
Die endlosen Zuege der Ueberschussfracht
sind im Tierheim ja wunderbar untergebracht.“

Sanft hebt er die Schnauze, setzt an zum Gesang.
Ein klagender Ton zieht die Gitter entlang.

Eine Tuere schlaegt zu, und dann schweigt er still,
weil das, was er weiss, niemand wissen will.

Er legt sich nieder, bettet ruhig sein Haupt.

Oh ja, es sind viele! Viel mehr, als man glaubt...

I. Winiawsky
gefunden bei Marena & Jenny :o)


Hunde Augen

Meine Augen koennen sprechen, sieh sie dir nur richtig an. So weisst du zu jeder Zeit, was ich denk und fuehlen kann. Meine Augen, menschenaehnlich, koennen auch dich gut verstehn. Ich erkenn an kleinsten Zeichen, ob du willst zur Arbeit gehen. Meine Augen senden Gruesse, sagen dir ich hab dich gern. Ich moecht’ kosen, moechte schmusen, bleib nur nicht so lange fern. Meine Augen sind ein Spiegel, schauen wir uns Beide an. Meine Augen koennen laecheln, schelmisch blicken dann und wann. Meine Augen koennen strahlen, senden Frohsinn in die Welt. Meinem Frauchen sind sie gleich, einem Stern am Himmelszelt.

(c) ChT


Mensch und Hund

Menschen und Hunde sind seit ueber 20.000 Jahren in herzlicher Zuneigung verbunden. Aus der anfaenglichen Jagdgemeinschaft mit dem Urvater des Hundes hat sich der zahme Haushund entwickelt. Heute huetet der Hund Vieh, fuehrt Blinde, rettet Ertrinkende, sucht Verschuettete, Drogen, Sprengstoff, er stellt Verbrecher, ist Sportsfreund, Kamerad und Familienmitglied. Auch wer selbst ohne Hund lebt, kommt mit ihm in Beruehrung. Dabei empfindet mancher Furcht und Abneigung, andere schwoeren auf ihn als Freund und Partner.

Mensch und Hund - gemeinsame Wege zum besseren Verstaendnis
Ob Hundefreund oder nicht, viele wissen zu wenig davon, was fuer ein Tier der Hund eigentlich ist. Deshalb kann ein Hund im Haus der Beginn einer wunderbaren Freundschaft sein, aber auch einer Kette von Missverstaendnissen. Aber Mensch und Hund koennen lernen, sich besser zu verstehen.

Als tapsige Wollknaeuel mit Kulleraugen und viel zu grossen Pfoten lassen Hundewelpen die Herzen der Tierfreunde dahinschmelzen. Der Hund ist eines der beliebtesten Haustiere und gilt als der beste Freund des Menschen. Damit die beiden aber auch wirklich Freude miteinander haben, muessen sie erst mal voneinander lernen. Der Hund braucht vom ersten Tag an Erziehung, und damit das auch klappt, muss vor allem der Mensch erst einmal Einiges ueber seinen Freund erfahren. Der Schluessel zu einer guten Beziehung ist naemlich - zwischen Tier und Mensch genauso wie zwischen Mensch und Mensch - davon abhaengig, wie gut man sich kennt und auf die Beduerfnisse des anderen eingeht.

Hund und Mensch - zwei verwandte Seelen
Warum steht der Hund dem Menschen eigentlich so nahe? Kaum ein anderes Tier schliesst sich dem Menschen so eng an. Vielleicht liegt es daran, dass der Hund den Menschen recht gut versteht, weil es viele Gemeinsamkeiten im Verhalten gibt: Zum Beispiel sind beide revierbezogen. Wo der Mensch einen Zaun baut, markieren Hunde mit Urin die Grenzen ihres Territoriums.

Im Zusammenleben gibt es sowohl in Menschen- wie auch in Hundegruppen eine deutliche Hierarchie. In Firmen zum Beispiel gibt es einige wenige Chefs, diverse untergeordnete Mitarbeiter mit verschiedenen Aufgaben und nicht selten auch einen bedauernswerten Kollegen, der gemobbt wird. Aehnlich geht es in einem Rudel Woelfe oder Hunde zu.

Ein guter Chef wird gesucht
Ein Hund will wie der Mensch wissen, wohin er gehoert und wonach er sich richten kann. Deshalb sucht er nach einem guten Vorbild, einem Anfuehrer. Ein guter Chef erhaelt die Ordnung im Rudel oder unter seinen Mitarbeitern, gibt Chancen und verweist in die Schranken. Das was die Gemeinschaft zusammenhaelt, ist die Bindung untereinander. Um die Bindung herzustellen, ist die richtige Form der Kommunikation von entscheidender Bedeutung. Unter Hunden verlaeuft die Kommunikation klar und eindeutig, und mit derselben Erwartung begegnet der Hund auch dem Menschen.

Doch die Menschen neigen dazu, unklare und widerspruechliche Signale zu geben, was wiederum den Hund sehr verwirren kann. Besonders wenig kann der Hund mit Verhaetschelung und Vermenschlichung anfangen. Wenn der Hund vom Menschen auf die gleiche Stufe gestellt wird, geraet in den Augen des Hundes das Rangordnungsgefuege ausser Kontrolle. Ohne eine klare Fuehrung verliert der Hund seine Sicherheit.

Hunde brauchen Sicherheit
Der Hund kann nicht einfach dem Menschen den Ruecken kehren, wenn der sich als ungeeigneter Rudelfuehrer herausstellt. Er kann nicht in ein Hunderudel zurueckkehren oder sich einen neuen Fuehrer suchen. Deshalb will er selbst die Fuehrung uebernehmen, um sich wieder wohlfuehlen zu koennen. Und spaetestens jetzt bekommt der Mensch einen schwierigen Mitbewohner, mit dem er moeglicherweise nie mehr zurechtkommen wird. Ein haltloser Hund entwickelt Aengste oder Aggressionen. Ein sicherer, stabiler Hund dagegen weiss, wo er hingehoert, er bindet sich gerne und freiwillig an denjenigen, der ihm seine Grenzen zeigt und dabei liebevoll und gerecht ist. Deshalb ist es so wichtig, dass nicht nur der Hund den Menschen versteht, sondern vor allem der Mensch weiss, wie man dem Hund ein guter Chef ist.

Der Hundebesitzer und sein Hund
Eine gute Partnerschaft muss erarbeitet werden
Ein guter Hundechef zu werden ist eine Herausforderung, die jeder bewaeltigen kann, der mit Herz und Konsequenz bei der Sache ist. Ein Hund braucht neben der immer wieder genannten konsequenten Erziehung auch viel Herzlichkeit, freundliche Zuwendung, Spiele und Spass. Denn der Hund ist auch ein Genusswesen. Er versucht, angenehme Situationen immer wieder zu bekommen. Schafft der Hundefuehrer es, viele solcher schoenen Erlebnisse herbeizufuehren, wird er fuer den Hund interessant. Ein Spaziergang, verknuepft mit spannenden Aufgaben und Spielen, motiviert das Tier ungemein. Ein Spiel muss aber sofort beendet werden, wenn der Hund einen Fehler macht, zum Beispiel zu wild wird oder zu fest zubeisst. Der abrupte Stopp des Spiels ist eine Strafe, die der Hund begreift.

Spielen mit dem Hund
Das Spielen macht natuerlich beiden, Mensch und Tier, viel Spass. Darueber hinaus hat es aber noch einen anderen Zweck: Es stellt eine Bindung zwischen Mensch und Hund her. Diese Bindung ist der Schluessel zur guten Verstaendigung und einer gelungenen Hundeerziehung. Ein unabhaengiger Hund, ohne Bindung an seinen Menschen, wird nur sehr schwer oder kaum erziehbar sein.

Wie man mit dem Hund spielt, um die groesstmoegliche Bindung herzustellen, lernt man am besten in einer guten Hundeschule. Je frueher damit begonnen wird, desto besser. Fuer Welpenbesitzer sind Welpenspielgruppen sehr empfehlenswert, weil die Hunde dort frei mit anderen Welpen toben koennen, der Hundehalter kann hier unter fachkundiger Anleitung Verhalten beobachten und deuten lernen. Zudem ist das kontrollierte Spiel genauso moeglich, wobei die Bindung des Hundes an den Menschen vertieft wird.

Auch das richtige Strafen kann hier erlernt werden. Dabei orientiert man sich am besten daran, wie eine Mutterhuendin mit ihren Welpen umgeht. Sie straft immer schnell, gerecht und ist dabei nie zimperlich. Vor allem aber vertraegt sie sich sehr bald wieder mit dem kleinen Hund und ist niemals nachtragend. Man muss sich also schon Zeit nehmen, sich auf den Hund wirklich einlassen und seine Sprache lernen. Wie viel Erziehung der Hund braucht, wie gut ein Hund erzogen sein muss, das ist schliesslich jedem Hundehalter selbst ueberlassen. Als Hundefreund hat man die Pflicht, seinen Hund so zu erziehen, dass er fuer andere keine Gefahr darstellt. Dazu ist ein Grundtraining, fuer das es auf jedem Hundeplatz Kursangebote gibt, Voraussetzung.

Missglueckte Partnerschaft - wenn der Hund zum Problem wird
Egal wie ein Hund erzogen ist, jeder Mensch hat den Hund, den er verdient. Manchen reicht ein grunderzogener Hund, andere erwarten mehr. Ob ein Hund gut erzogen ist oder nicht, ist deshalb zu einem gewissen Teil Ansichtssache. Solange der Hund keine Gefahr fuer sich und andere darstellt, hat es der Mensch geschafft, eine gute Partnerschaft zwischen sich und dem Tier herzustellen. Wenn das Tier aber zur Bedrohung wird (zum Beispiel selbst entscheiden will, wen er ins Haus laesst), oder Verhalten zeigt, das ein Zusammenleben nahezu unmoeglich macht (zum Beispiel Wohnung auseinandernehmen, Stubenunreinheit), muss man ganz klar sagen, schuld ist niemals der Vierbeiner.

Sicher gibt es schwerer und leichter Erziehbare, und solche mit einer unklaren oder schweren Vergangenheit. Diese Hunde stellen eine groessere Herausforderung fuer den Menschen dar. Doch es ist wirklich sehr selten, dass ein Hund auf keinerlei Erziehungsversuche mehr reagiert. Ein Hund ist nicht von Natur aus bissig, aengstlich oder aggressiv. Er hat die falschen Praegungen und Erfahrungen durchmachen muessen, der Mensch war in der einen oder anderen Situation ein schlechter Chef.

Anders als beim Menschen ist es beim Hund wesentlich leichter, stoerendes Verhalten zu beseitigen und das erwuenschte Verhalten herzustellen. Das geht jedoch nur mit professioneller Hilfe. Versuchen Sie bitte niemals, selbst an einem Hund mit schwerem Fehlverhalten "herumzudoktern". Denn wo das Problem liegt und wie man es aufloest, kann in den allermeisten Faellen nur ein guter Hundefachmann feststellen. Er arbeitet dann mit Ihnen gemeinsam daran, dass Sie ein besserer Hundechef werden.


Ein Hund aus dem Tierheim

Oft muss ich hoeren, wenn mein Herrchen beim Gassi gehen mit andern Zweibeinern redet und dabei erwaehnt, dass ich aus einem Tierheim komme, wie diese ganz erstaunt sagen; "Nein, dass wuerde man aber auch nicht merken...!?"

Da Frage ich mich, was um Himmelswillen soll man denn einem Hund, wie ich einer bin anmerken, weil ich aus einem Tierheim komme..? - Oder denken manche Zweibeiner, die Hunde aus einem Tierheim laufen dauernd im Kreis und jagen den eigenen Schweif..? Oder Tierheimhunde gehen alle zum Psychiater und schauen den ganzen Tag melancholisch in die Welt hinaus..? *blinzel*

Auch wenn ich keine leichte Vergangenheit hatte, ist es nun fuer mich um so schoener, weil ich ein tolles Zuhause gefunden habe. Mein Herrchen hat schon seinen ersten Hund ueber den Tierschutzverein bekommen. Damals gab es noch nicht einmal so eine tolle Webseite mit einer Nationalen Tierdatenbank, wie heute unter tierschutz.ch eine zu finden ist. Aber schon damals war fuer ihn klar, das er einem heimatlosen Vierbeiner ein Zuhause geben wird.

Sein erster Hund hatte eine traurige Vergangenheit. Er wurde von einem Bauer halb Tod in einem Schacht gefunden. Er brachte ihn dann in das naechste Tierheim bei Waengi/TG. Die Familie Renz umsorgten den armen Vierbeiner liebelvoll und haben ihn wieder auf die Beine gebracht..! Als mein Herrchen damals, eigentlich wegen einem ganz anderen Hund, in dieses Tierheim ging, war es wohl fuer beide "Liebe auf den ersten Blick" ..! So nahm er nach dieses total veraengstigte, knapp ein Jahr alte, Hundchen nach Hause. Es brauchte bestimmt etwas mehr Geduld und besonders viel Liebe als er bei einem andern Hund gebraucht haette. Aber innerhalb weniger Monate wurde aus diesem veraengstigten Tier eine super anhaengliche und selbstbewusste Huendin.

Aber mal ehrlich, wenn Ihr Zweibeiner einen Hund anschaffen wollt, muesst ihr so oder so, Geduld, Zeit und Liebe fuer uns aufbringen koennen.. Sonst lasst ihr es lieber gleich bleiben.

12 schoenen Jahren durfte diese Hundedame bei meinem Herrchen verbringen, dann musste sie leider wegen Gebaermutterkrebs ingeschlaefert werden. Nach einiger Zeit der Trauer war fuer mein Herrchen bald wieder klar, dass er ohne Hund nicht sein moechte. Aber genau so Klar war fuer ihn, dass er wieder einen Hund aus einem Tierheim holen wuerde..!

Und so ist es dann auch gekommen...

Hier ein paar Tips zur Wahl und Eingewoehnung eines Tierheimhundes

Ein Hund aus dem Tierheim kann fuer den Menschen zum treuesten Gefaehrten werden, vorausgesetzt, man erwischt den richtigen und gewoehnt ihn behutsam an sein neues Zuhause. Doch die Wahl faellt meistens schwer.

Glaubst du, dass du "deinen Hund" gefunden hast, solltest du ihn keinesfalls ueberstuerzt mit nach Hause nehmen. Geh mit ihm spazieren und spielen und versuche, Wesen und Verhalten des Hundes kennenzulernen. Nichts ist schlimmer fuer ein Tier, als nach ein paar Tagen in einer Familie wieder ins Tierheim zurueck zu muessen.

Frage so viel wie moeglich nach seinen Vorlieben und Gewohnheiten. Hat er schon einen Namen? Vertraegt er sich mit anderen Hunden und mit Kindern? Ist der Vorbesitzer bekannt? Warum wurde er abgegeben...Wurde er vom Tierarzt untersucht..? usw.

Falls du dir dann ganz sicher bist und du schliesslich mit deinem neuen Hausgenossen zu Hause angekommen bist, solltest du ihm die Gelegenheit geben, erst einmal alles zu erkunden. Er sollte die ganze Umgebung und Familienmitglieder in Ruhe kennenlernen. Wenn er sich Beispielsweise hinter dem Sofa oder sonst wo versteckt, dann lass ihn da bis er selber wieder hervor kommt. Draeng dich selber bei ihm nicht auf, sondern warte ebenfalls, bis er von selbst zu dir kommt. In den ersten Tagen sollte man sich moeglichst viel mit ihm beschaeftigen, viel mit ihm reden, spielen und ihn streicheln.

Lass deinen Vierbeiner in der ersten Zeit auf keinen Fall alleine und ueberfordere ihn nicht mit zu vielen Menschen. Fuehre unbedingt einen regelmaessigen Tagesablauf ein, damit er Vertrauen zu dir bekommt. Dazu gehoert puenktliches Fuettern und Gassi-Gehen zu immer gleichen Tageszeiten. Zunaechst sollte der Hund nur an der Leine gefuehrt werden. Dabei laesst man ihm viel Zeit, sich an sein neues Revier zu gewoehnen. Mit etwas Geduld und Einfuehlungsvermoegen wird er sich allmaehlich heimisch und sicherer fuehlen.

Bald wirst du einen zuverlaessigen Kameraden haben, der mit dir durch dick und duenn geht.


Silvesterabend

Gestern Abend ging ich noch mal raus, kurz nach Mitternacht, um nachzusehen, ob auch alle Heizlampen in den Ziegen-, Huehner- und Putenhaeusern arbeiten. Die Temperatur drohte auf Null oder sogar noch darunter abzufallen. Alle Hunde waren laengst schlafen gegangen und die Nacht war still. Beim Betreten der Veranda begruesste mich die Sicht auf einen kristallklaren Himmel mit Scharen von Sternen. Meine Taschenlampe anknipsend machte ich mich auf den Weg zum Schuppen (wir weigern uns, uns eine dieser verdammten "Rund-um-die-Uhr" Monsterdinger anzuschaffen, die die Sterne vom Scheinen abhalten).

Am fruehen Abend hatte ich ein bisschen Stroh gebracht, um den Tieren auf der Farm ein frisches Bett zu machen; dabei war mir draussen vor dem Gatter ein Buendel heruntergefallen, dass ich nicht mehr aufgehoben hatte.

Waehrend ich den Weg herunter lief, sah ich im Schnee ein paar blutige Pfotenabdruecke, die aus dem Wald herauskamen und in dem Strohbuendel am Gatter endeten. Zusammengerollt auf den Strohhaufen lag ein Hund. Mittelgross. Schwer auszumachen in der Dunkelheit, welche Art Hund; koennte alles moegliche gewesen sein. Aber ganz sicher ein Hund dunkler Farbe. Ich legte meine Hand auf den Ruecken und fuehlte kalte Rippen. Ich zog meine Handschuhe aus und tastete hinter den Vorderlauf. Ein Herzschlag. Dann hoerte ich einen schwachen Schlag. Das Ende der Rute ging auf und ab, hinterliess kleine Abdruecke im Schnee, aber der Kopf bewegte sich nicht. Ich blickte in die tiefbraunen Augen, die zu sagen schienen "Bitte jage mich nicht weg, ich kann keinen Schritt mehr laufen". Die Laeufe waren gebrochen und bluteten. Ich sah, kontrollierte, ob die Heizlampen funktionierten und nahm den durchfrorenen Hund vorsichtig an mich. Kein Widerstand, nur das Klopfen der Rute. Nicht viel Gewicht fuer die Groesse des Buendels. Ich machte mich auf den Weg zur Vordertuer.

Drinnen angekommen legte ich den Hund in der Tuer ab. Keine Bewegung. Waehrend ich kontrollierte, ob alles noch schlief, machte ich mich auf die Suche nach einer Decke. Ich war mir ziemlich sicher, dass wir die letzte Hundedecke bei unserer Rettungsaktion von neulich verwendet hatten. Im Schrank nichts, im Trockner nichts, auf der Couch nichts. Ich ging ins Schlafzimmer und zog vorsichtig die vom Bett herunter. Auch wenn sie schon alt war und an den Raendern auszufransen begann, es war die letzte Verfuegbare. Ich faltete sie und legte sie auf die Heizklappe, ganz nah beim Ofen. Dann nahm ich den Hund und legte ihn oben drauf.

Nach Mitternacht an Sylvester, in einer sehr laendlichen Gegend von Suedwest-Missouri - keine Chance heute Abend noch einen Tierarzt aufzutreiben. Wir wuerden es morgen versuchen muessen. Ich ging in die Kueche, nahm eine Dose Huehnerbruehe aus der Gefriertruhe und warf sie in die Mikrowelle. Ich ging zurueck ins Wohnzimmer und setzte die Schale nah an die Decke, in Reichweite der kalten Schnauze. Noch ein paar Schwanzklopfer war die einzige Bewegung. Ich langte hinunter und legte meine Hand unter das Kinn, vorsichtig den Kopf anhebend. Jetzt hier drin, konnte ich sehen, dass der Hund schwarz war, zumindest an den Stellen, die noch nicht grau geworden waren. Fast das ganze Gesicht zeigte die weissen Anzeichen vergangener Zeit und die Pupillen, umrandet von diesen dunkelbraunen Augen, waren blau. Die Ohren gehoerten einem Labrador und auch der Schwanz, der jedes Mal klopfte, wenn ich naehern kam. Der Koerper war duenn und knochig. Keine Vorderzaehne mehr. Die Reisszaehne waren abgewetzt oder bis auf kleine Stummel abgebrochen und ganz hinten konnte ich drei Zaehne sehen. Ich wollte nicht nachsehen, ob der alte Hund ein Ruede oder eine Huendin war. War ja eigentlich ohnehin egal. Ich sagte dem alten Hund, dass ich ins Bett gehen wuerde und taetschelte seinen Kopf, was er wieder mit einem Schwanzklopfen erwiderte.

Auf dem Weg ins Schlafzimmer fragte ich mich, wie um alles in der Welt der Hund zu unserer Farm gekommen war. Er kam durch die Waelder, die gross und unbewohnt waren. Ich fragte mich auch warum ausgerechnet hier. Die Antwort war einfach. Die Hand Gottes hatte den alten Hund zum richtigen Ort gebracht.

Es ist jetzt morgens und ich bin seit ein paar Stunden auf. Die Schale mit der Bruehe war leer und die Decke war so, wie ich sie verlassen hatte. Keine blutigen Pfotenabdruecke auf dem Teppich, nur auf der alten Decke. Kurz nachdem ich zu Bett gegangen war, hatte der alte Hund die Huehnerbruehe aufgeschlabbert und die Schale sauber geleckt. Die Decke war leicht aufgeworfen und der alte Hund hatte sich zu einem fest Ball zusammengerollt, die Nase unter den Schwanz gesteckt. Als ich mich bueckte, um guten Morgen zu sagen, antwortete kein Schwanzklopfen mehr. Ich wusste, dass der alter Hund in der Nacht ueber die Regenbogenbruecke gegangen war. Kniend vor dem alten Hund, dankte ich Gott fuer die alte Decke die uebrig geblieben war und fuer die Haende, die den Hund zur Regenbogen-Farm geleitet hatten. In dem Moment fiel mir das Gedicht ein, dass Walt fuer uns geschrieben hatte:

"Hoer die Freundlichkeit, sanfte Worte,
verloren oft hinter Traenen
Leg deine Hand auf meine Schulter
lass sie meine Aengste nehmen."
Walt Zientek

Uebersetzt von Gabi Woiwode - Zur beliebigen Weitergabe freigegeben. Vielleicht erreicht es ein paar, die das, was sie haben, nicht zu schaetzen wissen. Pam Moore


Wie wir Hunde die Welt sehen

Kaum ein Haustier teilt sein Leben so intensiv mit dem Menschen wie wir Hunde. Wir begleiteten ihn bei Spaziergaengen, Ausfluegen und im Alltag. Wenn sich mein Herrchen bei Wanderungen irgendwo hingesetzt, um das vor uns liegende "farbenfrohe" Naturspektakel zu bewundern, sitze ich meist neben ihm und geniesse den Anblick ebenfalls auf meine Weise. Mein Herrchen ueberlegte sich, was wir Hunde eigentlich sehen.

Frueher haben die Zweibeiner angenommen, wir Hunde seien farbenblind und erleben die Welt in Schwarz-Weiss. Inzwischen wissen die Menschen, dass das nicht so ist. Die meisten Menschen besitzen die Faehigkeit, alle Farben von Blau ueber Gruen und Gelb bis Rot wahrzunehmen. Diese Faehigkeit brauchte der Zweibeiner, der ueberwiegend am Tage aktiv ist, um seine Nahrung zu finden. Jede Saeugerspezies hat das visuelle System entwickelt, das ihrem Ueberleben am besten dient. Diese Anforderungen koennen sehr unterschiedlich sein.

Bevor wir Hunde vom Menschen domestiziert wurden, waren wir ueberwiegend am Morgen und in der Abenddaemmerung bei der Beutejagd aktiv, und unsere Augen sind optimal diesen Tageszeiten angepasst. Die Faehigkeit, in der Daemmerung zu sehen und Bewegungen zu erkennen, war wesentlich wichtiger als Farbtuechtigkeit.

Die Netzhaut des Auges enthaelt Staebchen und Zapfen. Staebchen vermitteln nur Hell-Dunkel-Eindruecke, sind aber sehr lichtempfindlich. Zapfen hingegen dienen dem Sehen bei mittleren bis hellen Lichtverhaeltnissen und dem Farbensehen, wobei unterschiedliche Zapfen fuer die Grundfarben Rot, Gruen und Blau empfaenglich sind. Daraus berechnen Auge und das Gehirn dann ein reiches Spektrum von Farben (der Mensch kann damit etwa 200 Farbtoene unterscheiden).

Die Netzhaut von uns Hunden weist besonders viele Staebchen auf, waehrend das menschliche Auge in etwa fuenfmal so viele Zapfen enthaelt. Die geringe Anzahl der Zapfen in der Netzhaut von uns Hunden laesst darauf schliessen, dass unser Auge eher auf Lichtempfindlichkeit als auf Farbensehen spezialisiert ist.



Jeder Zapfen enthaelt ein Photopigment, das eine bestimmte Bandbreite des Lichtes wahrnimmt. Diese Photopigmente machen Farbensehen moeglich. Das menschliche Auge enthaelt drei verschiedene Zapfen: Sie sind sogenannte Trichromaten. Wir Hunde hingegen besitzten nur zwei Zapfentypen, somit sind wir, wie die meisten anderen Saeugetierarten, Dichromaten.

Das Farbensehen von uns Hunden wurde von den Menschen durch verschiedene Experimente und Verhaltensstudien erforscht. Eine Studie von Neitz, Geist und Jakobs fand, dass wir Hunde Farben in etwa so sehen wie ein Mensch, der rotgruen-farbenblind ist. Der eine Zapfentyp von uns Hunden ist empfindlich fuer Blau-Violett, der andere fuer Gelb. Wir und unsere wilden Verwandten sehen also im wesentlichen den Spektralbereich von Gelb ueber Gruen und Blau, wobei Objekte, die fuer den Menschen gruen sind, unbunt erscheinen und rote Objekte gelb.

Sichtbares Farbspektrum des Menschen
Sichtbares Farbspektrum des Hundes


Die Sehschaerfe des Menschen ist ungefaehr sechsmal besser als die von uns Hunden. Interessant ist, dass wir unseren menschlichen Freund auf Distanz kaum erkennen koennen, wenn sich dieser still verhaelt, aber dafuer nehmen wir feinste Bewegungen auf grosse Distanz noch wahr. Dies machen sich Beutetiere zunutze, indem sie reglos verharren, wenn sie Gefahr wittern.

Sehschaerfe wird beeinflusst durch die optischen Eigenschaften des Auges (Groesse der Pupille, Linse und Hornhaut) und durch die Anordnung der Zapfen und Staebchen. Die Pupillenweite wird durch die Intensitaet des Lichteinfalls reflektorisch gesteuert. Bei schlechten Lichtverhaeltnissen sind wir Hunde dem Menschen ueberlegen, denn unsere Pupille ist groesser als die menschliche, was die Sicht bei geringem Licht beguenstigt, bei dem die Staebchen angesprochen werden. Das Staebchensystem erreicht jedoch keine gute Sehschaerfe. An der Rueckwand unseres Hundeauges befindet sich eine lichtreflektierende Schicht, Tapetum lucidum genannt. So koennen wir Hunde auch bei geringer Lichtintensitaet noch Formen und Bewegungen wahrnehmen. Das Sehvermoegen von uns Hunden ist insbesondere auf Bewegungen und schlechte Lichtverhaeltnisse spezialisiert, was auch fuer unser frueheres Ueberleben als Jaeger notwendig war.

Ebenso hilfreich bei der Jagd ist das weite Gesichtsfeld von uns Hunden, das einen Winkel von 240 Grad umfasst, waehrend der Mensch 200 Grad erreicht. Dafuer ist der Bereich, der von beiden Augen gesehen wird, kleiner (das sogenannte binokulare Gesichtsfeld: Hund 60 Grad, Mensch 120 Grad). Dieser Bereich ist fuer die raeumliche Tiefenwahrnehmung (Stereosehen) wichtig, worin der Mensch uns Hunden ueberlegen ist.



Die Menschen sehen viel mehr Farbe und Detail als wir Hunde, was aber nicht bedeutet, dass wir Hunde benachteiligt sind. Wir haben, wie alle Tiere, das Sehvermoegen entwickelt, das unserem Ueberleben am besten dient. Erfreulich ist es vielleicht fuer viele Hundebesitzer zu wissen, dass ihre geliebten Hausgenossen doch etwas von der Farbenvielfalt mitbekommen, die sie geniessen. Abschliessend noch ein bildlicher Vergleich von dem, was wir sehen (rechts) und was der Mensch sieht (links).



Qelle: with a little help from my friends Mo & Leo Peichl - © S.Simon 2001
Bearbeitet von Daniel Keller 2005


© 2007 by Kersten Moser